Zerstört, gefunden, geborgen

Die Gründungs­ur­kunde der jüdischen Synagoge

Anschaulich präsen­tierte Herr Dr. Sebastian Karnatz, Leiter der städti­schen Museen, am 26. März 2026 den Mitgliedern des Förder­kreises die Sonder­aus­stellung „Zerstört, gefunden, geborgen – Die Gründungs­ur­kunde der jüdischen Synagoge“, die seit dem 13. März 2026 im Histo­ri­schen Museum zu sehen ist. Bei den Vorbe­rei­tungen zum Umzug der Bestände des Stadt­ar­chivs in das neue Zentral­depot wurde die als verschollen geltende Gründungs­ur­kunde der Neuen Synagoge am Brixener Hof wieder­ent­deckt. Das Dokument wurde bei der Fertig­stellung des Synago­genbaus im Jahre 1912 in einer Metall­kapsel im Schluss­stein der Neuen Synagoge vermauert.

Zu den Unter­zeichnern der Gründungs­ur­kunde gehörten neben dem Regens­burger Archi­tekten Joseph Koch, der u.a. auch das Velodrom in Regensburg entworfen hat, der Rechts­anwalt und Justizrat Dr. David Heidecker (erster Gemein­de­vor­stand), der Hopfen­groß­händler David Rosen­blatt (zweiter Gemein­de­vor­stand) und der Distrik­t­rab­biner Dr. Seligmann Meyer. Die Ausstellung porträ­tiert diese Männer und ihr Wirken in und für die Regens­burger Stadt­ge­sell­schaft, sowie ihr Schicksal im Natio­nal­so­zia­lismus (David Rosen­blatt wurde 1944 in Bergen-Belsen ermordet).

Die Neue Synagoge wurde in der Reichs­po­grom­nacht vom 9. auf den 10. November 1938 durch Brand­stiftung völlig zerstört. Die Gründungs­ur­kunde selbst hat die Brand­stiftung überdauert, jedoch zeugen Brand­spuren am Dokument eindringlich von dem schreck­lichen Ereignis.