Über Stuck und Stein

Teil 1 der 5‑teiligen Führungs­reihe “Handwerk und Handel: Hand in Hand”

Frau Dr. Alexandra Berg nahm die Mitglieder von AKUSO und des Förder­kreises am 21. März 2026 mit auf Spuren­suche nach bedeu­tenden Zeugnissen des mittel­al­ter­lichen Bauhand­werks in Regensburg. Zunächst ging es durch die Sammlung des Histo­ri­schen Museums mit Infor­ma­tionen zu Albrecht Altdorfer als Baumeister, der ab 1530 insbe­sondere für den Bau der Bastion am Stahl­zwin­gerweg verant­wortlich war. Der berühmte Merian-Stich von Regensburg aus dem Jahr 1490 zeigt anschaulich einen Kran beim Bau der Regens­burger Domtürme und die neu errichtete Zwinger­anlage am Nordende der Steinernen Brücke.

In Regensburg blühte im Mittel­alter die Bauhand­werks­kunst – Glaser stellten Butzen­scheiben für Fenster her, Hafner formten große Bäckerschüsseln und andere Tongefäße („Prebrunner Ware“), Zimmerer bauten mit Öfen beheizbare Bohlen­stuben und Stein­metze gestal­teten filigrane Säulen, wie diejenige, die das Almemor der alten Synagoge zierte. Stucka­teure formten die Halbplas­tiken des Dollin­ger­saals, die uns in ihrer Gesamtheit leider nur in drei Kopien erhalten sind.

Der Dom mit seinem reichen Bildpro­gramm gab den Bildhauern viel Gelegenheit zur Darstellung ihrer Kunst. Anschaulich erklärte Frau Dr. Berg an der Dombau­hütte die Herstellung von Werkzeugen in der Zeugschmiede und das sog. Kalkbrennen und ‑löschen in Sumpf­gruben. Im AKUSO-Forum erwartete die Teilnehmer dann noch eine wissen­schaftlich-infor­mative Präsen­tation zur Vertiefung des Gesehenen auf Basis der jüngsten Publi­kation von Frau Dr. Berg zum Thema „Archäo­lo­gische Forschungen zum mittel­al­ter­lichen Handwerk in der Stadt Regensburg“.