Das Minori­ten­kloster St. Salvator

Von der Kaserne zum Museum

Mit der Einglie­derung der ehema­ligen freien Reichs­stadt Regensburg in das König­reich Bayern im Jahr 1810 wurde das Minori­ten­kloster St. Salvator zur Kaserne der Bayeri­schen Armee. Die Nutzung des säkula­ri­sierten Klosters für die Statio­nierung von Soldaten sparte zunächst die Kosten für einen Kaser­nen­neubau. Den räumlichen und infra­struk­tu­rellen Anfor­de­rungen des Militärs wurde eine solche Unter­bringung aller­dings von Anfang an nicht wirklich gerecht. Die Minori­ten­kirche diente den Soldaten als Exerzi­er­halle und im Innenhof des Kreuz­gangs trainierten sie mit „Waffen­tänzen“ ihre Kampfbereitschaft.

Der Platz­mangel im Minori­ten­kloster zwang dazu, noch weitere ehemalige Klöster in Regensburg und Stadt­amhof für die Unter­bringung von Soldaten zu nutzen – das Augus­tiner-Kloster am Neupf­arr­platz und das Notre-Dame-Kloster in Stadt­amhof. Auch war innerhalb der Stadt wenig Raum für einen ausrei­chend großen Exerzier­platz und eine adäquate Schießanlage.

Daher begann man 1891 mit der Errichtung von Kaser­nen­bauten an der Lands­huter Straße, damals auf unbebautem Gebiet außerhalb der Stadt und weit entfernt von Gaststätten und Braue­reien. Die Zahl der in Regensburg statio­nierten Infan­te­rie­sol­daten vergrö­ßerte sich in den Folge­jahren bis 1918, aber jetzt war ausrei­chend Platz für mehrere Erwei­te­rungen der Kasernenneubauten.

1931 erwarb die Stadt Regensburg das nunmehr leerste­hende Minori­ten­kloster und richtete darin das Histo­rische Museum ein. Im Innenhof des Kreuz­gangs klirren heute keine Waffen mehr sondern klappern allen­falls Cappuccino-Tassen und Kuchenteller.

© Text & Fotos: Dr. Birgit Kunze