„Pelze, Sohlen, Handschuhe“
„Pelze, Sohlen, Handschuhe“. Unter diesem Titel wurde die Reihe von der
Archäologin Dr. Alexandra Berg zum Thema Handwerk im Mittelalter in
Zusammenarbeit mit AKUSO am 2. Mai fortgesetzt. Wie immer begann sie ihre
Ausführungen im Historischen Museum, in dem viele Grabungsfunde zu diesem
Thema zu sehen sind. Deutlich wurde, dass das Lederhandwerk in seinen ganz
unterschiedlichen Sparten in Regensburg zu seiner Blütezeit um 1050 einer der
wichtigsten Handwerks- und Handelszweige war.
Sehr früh begann die Pergamentherstellung im Zusammenhang mit dem Kloster St.
Emmeram. Das verlangte besonders feines und dünnes Material, wozu Schaf- oder
Ziegenfelle sich besonders eigneten. Aus diesem Material wurden auch Handschuhe
gefertigt, die mit Gerbersumach gegerbt wurden, auch als seltenes Gewürz bekannt,
das aus dem Orient herbeigeschafft werden musste, damit das Leder weich und
geschmeidig wurde. Das weiße Winterfell eines ansonsten braunen Nagetiers, das
Hermelinfell, mit denen Kaiser und Könige ihre Mäntel geschmückt haben wollten,
wurden aus Kiew bezogen. Auf dem großartigen Tugendenteppich konnte Alexandra
Berg die Personifizierung der Milde zeigen, die in einen pelzgefütterten Mantel
gehüllt dargestellt ist.
Auf dem Weg in die Stadt wurde deutlich an wie vielen Orten das Thema noch
erkennbar ist. Sei es durch Straßennamen wie Lederergasse, Weißgerbergraben,
oder auch durch die Bruderschaftsgründung der Corduaner, die die Handschuhe
herstellten, in der Ullrichskirche. Die Schuster saßen an der Stadtseite der
Steinernen Brücke und man kann sich vorstellen, wie glücklich Gewerbetreibende
und Kaufleute waren, wenn sie endlich in Regensburg angekommen waren und ihr
durchgewetztes Schuhwerk erneuern konnten. Beutel, so nannte man früher
Handtaschen, konnten Frauen am Watmarkt erwerben. Wo die Männer ihre
Aufbewahrungsgegenstände erwarben? Da muss man auf die Führung am 11.7.2026
warten…
Im Laufe von 500 Jahren Gerberhandwerk gab es 15 solcher großen Werkstätten,
die anfangs aus Holz, später aus Stein gebaut waren und teils über Holzstege mit
dem benötigten Fließgewässer für ihre Wasserwerkstatt verbunden waren.
Auch dieses Mal endete die Führung in den Räumen von AKUSO, wo in einem Film
die Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst wurden. Klar wurde auch, warum
Alexandra Berg sich gerade für dieses Thema so begeistern konnte, hatte sie doch
im Historischen Museum 2018 eine Ausstellung zum „Mittelalterlichen Handwerk“
konzipiert und kuratiert So schloss sich ein Kreis, der den Gästen viel Freude bereit
hat.