Führung im document Kepler
Schon oft hat Matthias Freitag den Mitgliedern des Förderkreises die Geschichte der Stadt Regensburg in seinen Führungen nahe gebracht. Ein Höhepunkt war aber sicherlich die Führung durch das 2024 neu eröffnete Haus zum Gedenken des großen Astronomen Johannes Kepler, hat er das alte Museum doch über Jahre betreut und an dem Konzept für die neue Ausstellung mitgearbeitet.
Der kaiserliche Hofmathematiker Kepler, war zwar nicht oft in Regensburg, in dem document verstarb er aber leider 1630. Matthias Freitag erklärte, wie stark vernetzt Kepler mit anderen Wissenschaftlern jener Zeit war. Seine erste Publikation „Das Weltgeheimnis“ trug sicherlich dazu bei, dass er als braver Lehrer in Graz angestellt, auch über diese Stadt hinaus bekannt wurde. Kepler kam als Exulant nach Regensburg und ließ seine Familie dort, nachdem er Wallenstein gefolgt war, aber kam immer wieder nach Regensburg, wo er auf eine Bezahlung als Hofmathematiker wartete.
Freitag erzählte über Keplers Experiment im Regensburger Dom, mit dem er die Sonnenflecken auch einem größeren Publikum beweisen konnte. Seine Erkenntnisse waren damals besonders auch für die Seefahrt wichtig, für die eine Richtungsbestimmung nur über die Sterne möglich war und die Kepler 100 Jahre nach Kolumbus‘ Fahrt nach Amerika perfektionierte. Freitag machte seinen Gästen eindringlich klar, dass die Rudolfinischen Tafeln, die Kepler im Namen von Kaiser Rudolf jedem Seefahrer mit auf den Weg gab, in unseren Augen nur kleine Längengradabweichungen sind, für eine glückliche Ankunft aber entscheidend waren.
Das „Weltgeheimnis“, auf dessen Suche sich Kepler am Anfang seiner Karriere machte, offenbarte seinen Lesern in seinem letzten Buch „Die Harmonie der Welt“. Die Gäste sind gespannt auf die nächste Führung, wenn sich das document im Obergeschoss noch weiterentwickelt hat.