Ad Astra – 50 Jahre Verein der Freunde der Sternwarte Regensburg e.V.
“Der Mond ist aufgegangen…” – mit diesem Lied eröffnete das Domspatzen-Ensemble am Abend des 19. Mai 2026 die Ausstellung “Ad Astra” im Historischen Museum.
“Museum, Universität, Bürgerschaft ist der Dreiklang, der diese Ausstellung trägt”, so formulierte es treffend Kulturreferent Wolfgang Dersch. Die Ausstellung verdanken wir vor allem dem persönlichen Engagement von Herrn Torsten Bendl, der zusammen mit Museumsleiter Dr. Sebastian Karnatz für Projektleitung und Kuration der Ausstellung verantwortlich zeigt. Herr Bendl ist seit seiner Jugend im Verein der Freunde der Sternwarte Regensburg e.V. aktiv und beschäftigt sich im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Universität Regensburg u.a. mit dem Nachlass von Dr. Karl Stöckl (1873 – 1959). Dr. Stöckel wirkte ab 1920 an der Regensburger Sternwarte und machte sie zur Volkssternwarte, die jedem Bürger offen steht.
Die Ausstellung selbst ist inhaltlich zweigeteilt. Teil 1 zeichnet die Geschichte der Astronomie in Regensburg nach, die eng mit dem Kloster St. Emmeram verbunden ist. Wichtigstes Objekt im Museum hierzu ist die „Sphaera“ Wilhelms von Hirsau, die im 11. Jahrhundert für das Kloster St. Emmeram entstand. Die „Sphaera“ war ein astronomisches Multifunktionsinstrument zur Himmelbeobachtung. Mit dem Mönch und Naturforscher Placidus Heinrich (1758 – 1825) lebte die Astronomie in Regensburg nach einer Phase der Vergessenheit um 1800 wieder auf. Die Fürstäbte von St. Emmeram Frobenius Forster (reg. 1762 – 1791) und Coelestin Steiglehner (reg. 1791 – 1803) legten den Grundstock für eine umfassende Sammlung astronomischer Instrumente und förderten die naturwissenschaftliche Forschung und Lehre.
Nach der Auflösung des Klosters St. Emmeram im Jahr 1812 gründete das Königreich Bayern in Regensburg das königlich bayerische Lyzeum – es war das einzige Lyzeum in Bayern, das Astronomie unterrichtete und über eine Sternwarte verfügte. Die Sternwarte wird vom Verein der Freunde der Sternwarte Regensburg e.V. noch heute ehrenamtlich als Volkssternwarte betrieben.
Teil 2 der Ausstellung widmet sich der Geschichte des Vereins und zeichnet 50 Jahre Vereinsgeschichte nach.